Freitag, 30. September 2011

Donnerstag, 22. September 2011

Zweitausendeins

Caring for the carers

fgodlee@bmj.com

Months of hard work and tense negotiation have concluded this week with world leaders and senior ministers signing the UN declaration on non-communicable diseases. As Rebecca Coombes reports, it falls short on setting targets but puts NCDs firmly on the global agenda (doi:10.1136/bmj.d6034). WHO’s director general Margaret Chan calls them "the diseases that break the bank" and there are now calls to include them in the Millennium Development Goals. As for measures to contain them, the declaration is fierce on tobacco control, good on trans fats and salt reduction, but much weaker on alcohol pricing.
As well as blogs from the UN summit (http://blogs.bmj.com/bmj), you can read Tony Delamothe’s letter urging an unknown health minister to go beyond the "diluted and downgraded" declaration (doi:10.1136/bmj.d6004). "There’s nothing to stop you from acting on the evidence that has been amassed in the run up to the summit," he says. "Doing that would more than justify your trip."
Acting on the evidence is what we aim to help you do. Last week we published the third article in our series on assessing older people, focusing on falls assessment and accompanied by four short videos showing assessment in different settings (doi:10.1136/bmj.d5153). This week, the final article turns our attention to the people who care for older people (doi:10.1136/bmj.d5202). More and more family members are facing this challenge as our populations age, and their emotional and physical health are key to keeping the show on the road. But as I D Cameron and colleagues explain, many won’t think of themselves as carers and won’t ask for help. Your time may be limited, but they suggest asking how burdened the carer feels, and if possible establishing a therapeutic relationship.
Carers are important in other ways. As David Grelotti and Ted Kaptchuk explain, a carer’s views about a treatment can influence how a its effectiveness is judged (doi:10.1136/bmj.d4345). "Placebo effect by proxy" occurs where family members (and clinicians) believe a treatment will work and transmit this feeling to the patient. Optimism about the outcome can make the patient’s environment less stressful and more supportive. But placebo by proxy can also do harm—encouraging overprescription of antibiotics and antipsychotics, for example, as well as exaggerating the benefits of treatment in clinical trials.
Doctors are carers too, and are not always good at looking after themselves. So here are two books that will lift your spirits. The 19th century friendship between pioneering surgeon Theodor Billroth and the composer Johannes Brahms resulted in an extraordinary series of letters. First published in 1957, Letters from a Musical Friendship charts 29 years of what Michael Kelly calls "a symbiotic and brotherly relationship" through conversations about music, art, life, and death (doi:10.1136/bmj.d5903). Equally extraordinary is the simple but forceful testimony of Izzeldin Abuelaish, a Palestinian doctor working in an Israeli hospital, whose three daughters were killed in 2009 during the Israeli incursion into Gaza. Faced with this tragedy, his response has been to liken hate to disease and communication to cure. The book resounds with his conviction that the medical profession is a force for good.

Cite this as: BMJ 2011;343:d6048

Samstag, 17. September 2011

Das ZDF wird zum Fußballsender

...Niemand kann da mithalten, denn wir haben es mit einem klaren Fall von Wettbewerbsverzerrung sowie mit einem Fall zu tun, in dem ein öffentlich-rechtlicher Sender zeigt, wie man der Medienpolitik - die man sonst (Stichwort: neue Rundfunkgebühr ab 2013) gerne im Boot hat - eine Nase dreht. Deren Idee nämlich, das Sponsoring im Programm zu reduzieren, wird an den Champions-League-Abenden des ZDF eben mal lässig umdribbelt: eine halbe Stunde vollgepackt mit Werbung, dann fünfundvierzig Minuten Vorgeplänkel (um nicht zu sagen: Geschwätz), dann das Spiel. So soll sich das Meisterstück darbieten.


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Freitag, 16. September 2011

Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff
Frankfurt Anthologie
FAZ 23. Juli 2011 Nr 169 Z4

Donnerstag, 15. September 2011

Irgendwann läuft jedes Fass über

... Und ohne Zweifel gehört der Fußball zur Grundversorgung. Das wird auch das Verfassungsgericht so sehen. Aber wir waren ja schon versorgt, ARD und ZDF haben die Bundesliga, die Pokalspiele, die Weltmeisterschaft, die Europameisterschaft. Sie zahlen dafür irrsinnig viel Geld, weitaus mehr, als der Markt hergeben würde, hätten ihn die Anstalten nicht außer Kraft gesetzt.


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Mittwoch, 14. September 2011

Der Traum vom Garten Eden

Peter Rühmkorf
Der Ursprung von drei Weltreligionen
eine Dünendrift aus verminten Zonen -
Da empfiehlt es sich schon
in gemäßigten Ländern
durch ein selbstverfaßtes Idyll zu schlendern.
Während ich - schaut nur hin -
meine Blümchen tränke,
wieder Mordsradau in
der Dreigöttersenke -
die ballern uns noch den Erdball entzwei
wegen ihrer dreierlei Rechthaberei.
Unverbindlicher Wink übern Gartenzaun:
Bloß nicht ewig den eigenen Götzen vertraun,
und sich statt an Gebetsbüchern
dummzulesen:
Hier sind Hacke,
Harke,
Schaufel und Besen,
und nach zwei drei Jahren erblüht für jeden
vor der eigenen Haustür ein Garten Eden.

Frankfurter Anthologie
FAZ 10. September 2011 Nr 211 Z4


Dienstag, 13. September 2011

Menschenhandel

...Vor allem wegen des Falles Helmes, der hohe Wellen schlug. Magath suspendierte den Stürmer vom Mannschaftstraining - weil er zu wenig für die Defensive arbeite. Um dessen Laufvermögen zu steigern, verordnete der Wolfsburger Trainer seinem Stürmer einen mehrtägigen Joggingurlaub am Mittellandkanal, nachdem er ihm schon wie dessen Mannschaftskollegen Mandzukic eine Geldstrafe von 10 000 Euro wegen schlechten taktischen Verhaltens im Bundesligaspiel gegen Gladbach auferlegt hatte. Das ist Magaths Version. Der Berater des Marathonmannes Helmes behauptete, die Suspendierung sei die Strafe dafür, dass sich sein Mandant einem Wechsel nach St. Etienne widersetzt habe. Gerd vom Bruch, 70 Jahre alt und früherer Bundesligatrainer in Gladbach, sprach von Willkür gegenüber seinem Profi und Zynismus, er wehrte sich in der Öffentlichkeit. Das Wort Menschenhandel fiel nicht, aber Helmes tat seine Verwunderung darüber kund, plötzlich mit einer Delegation aus St. Etienne verhandeln zu sollen, obwohl er in Wolfsburg bleiben wollte. "Was soll ich da, ich kann ja nicht mal Französisch."...


FAZ Samstag, 10. September Nr 211 Seite 41 
Im Erklärungsnotstand von Peter Heß

Montag, 12. September 2011

Spieltheologie...


Moderner Fußball ist eine Sache für Menschen mit "einer Philosophie". Jeder hat heute eine, bevor er vor einen Ball tritt. Den Grundstein dazu legten 1972 Monty Python mit ihrem "Fußballspiel der Philosophen". Damals trat das deutsche Team, mit den Führungsspielern Kant, Hegel und Nietzsche, gegen die Griechen mit Superstar Sokrates an. Es ging um alles, dennoch erlebten Schiedsrichter Konfuzius und seine Linienrichter Thomas von Aquin und Augustinus, beide mit Heiligenschein, einen ruhigen Tag. Denn das Spiel war in jenen Pioniertagen der Fußballphilosophie noch etwas tempoarm. Nach Anpfiff standen die Akteure in Gedanken versunken auf dem Spielfeld und beachteten den Ball gar nicht. Erst in der 90. Minute kam Zug ins Spiel. Archimedes rief "Heureka!" und forderte die Mitspieler auf, den Ball zu benutzen, worauf Sokrates das Siegtor köpfte. Gegner einlullen, dann per Kopf zuschlagen: eine Taktik, die später vom Gebrauchsphilosophen Otto Rehhakles für den griechischen Europameisterschaftssieg 2004 kopiert wurde.
Damals, als die englische Komikergruppe ihren Sketch drehte (sie tat das im Stadion an der Grünwalder Straße in München, obwohl dann, zum Verdruss aller Sechzig-Fans, den Fernsehzuschauern als Schauplatz das Olympiastadion des FC Bayern vorgegaukelt wurde) - damals gab es im deutschen Fußball nur einen Philosophen. Er hieß Paul Breitner und las die Mao-Bibel. Mao ist lange tot und Breitner seit dieser Woche sechzig, und praktisch jeder im Fußball, vom Trainer bis zum Fan, hat heute eine "Philosophie" oder jedenfalls etwas, das er dafür hält. Jene Fans von Werder Bremen, die vor dem Derby gegen den Hamburger SV mit Hilfe von Chemie aus dem Gartenmarkt hässliche Verwünschungen des Nord-Rivalen in den Deich-Rasen am Weserstadion ätzten, haben zwar im Nebenfach Ethik noch einigen Nachholbedarf. Dafür kann Trainer Thomas Schaaf nun einen echten Philosophie-Star in der Abwehr einsetzen: Sokratis.
Der Mann ist nicht ganz neu in Bremen, aber der Name. Bisher spielte der Grieche unter dem sperrigsten Namen der Bundesliga, als Papastathopoulos. Solche Namen können nicht nur für Radioreporter zur Last werden, auch für die Namensträger selbst. Das weiß etwa der heutige Augsburger Jan-Ingwer Callsen-Bracker, seit ihn sein früherer Leverkusener Manager Reiner Calmund "Callsen-Gedönsheimer" taufte. Papastathopoulos spielt künftig, ganz offiziell von der Deutschen Fußball Liga genehmigt, mit dem Künstlernamen Sokratis. Wir stellen uns die Gespräche bei Klubabenden im Werder-Heim nun noch viel werthaltiger vor. Etwa wenn Sokratis dort auf seinen jungen Kollegen aus der zweiten Mannschaft trifft, auf Clemens Schoppenhauer.
Da kommt man von der geistigen Prominenz nur noch in Mönchengladbach mit. Dort wirken die beiden Klassiker Marx und Dante. Dennoch könnte den Borussen an diesem Spieltag etwas der letzte Genius im Spiel fehlen, für den der angeschlagene Reus sonst zuständig ist. Überhaupt geizt die Liga an diesem Wochenende mit individueller Brillanz. In Dortmund fehlt Götze (gesperrt), in München Robben (geheilt, aber geschont für die Champions League). Und beim Gladbacher Gegner Kaiserslautern fehlen praktisch alle, die mit der wichtigsten philosophischen Frage des Fußballs vertraut sind: Wo steht das Tor? Mit Lakic, Ilicevic, Hoffer und Moravec gab man zwei Drittel aller Treffer der letzten Saison ab. Es ist bisher der Unterschied zwischen Platz 7 und Platz 17. Die Gladbacher schafften das konträre Kunststück. Mit dem fast unveränderten Team, das im April Letzter war, wurden sie im August Erster.
Nun allerdings stehen die Bayern wieder dort, es ist der erste Spieltag seit dem Meistertitel 2010, in den sie als Tabellenführer gehen. Vor allem weil in München mit Torjägern nicht gegeizt wird. Dort trifft nun Mario Gomez auf Papiss Cissé. Beide zusammen kamen in der letzten Spielzeit auf fünfzig Treffer und in der aktuellen schon wieder auf acht. Nach zuletzt acht Niederlagen in München ziehen die Freiburger Hoffnung aus dem Sieg der zweiten Mannschaft gegen die des FC Bayern am Mittwoch. Bayern II wird übrigens trainiert von Andries Jonker. Nach der Entlassung van Gaals war er noch der Retter des Champions-League-Platzes. Nun darf er sich in der vierten Liga herumschlagen.
Ob man aus viertklassigen Siegen tatsächlich etwas ableiten kann für erstklassige Chancen in München? Trainer Marcus Sorg sagte vor der Abreise: "Vielleicht können wir etwas Irrationales abrufen und in der Liga aufhorchen lassen." Das klang sympathisch, war ein allerdings etwas bedenklicher Seitenwechsel von der Welt des Denkens in die des Glaubens. Wir warten auf den ersten, der sagt: "Wir brauchen eine klare Spieltheologie."
cei.

Text: F.A.Z., 10.09.2011, Nr. 211 / Seite 41

Sonntag, 11. September 2011

Finsteres Tal

Fremde Federn: Jürgen Todenhöfer
Terror im Namen der Tugend


Usama Bin Ladin hat vor zehn Jahren drei epochale Schandtaten begangen: Er hat allein im World Trade Center 2750 Zivilisten ermorden lassen. Er hat George W. Bush den Vorwand für zwei katastrophale Kriege geliefert. Und er hat - indem er seine Terror-Privat-Ideologie als Islam ausgab - das Bild dieser Religion verdüstert. Niemand hat dem Islam mehr geschadet als er. Wenn Muslim "gottergeben" heißt, war Bin Ladin kein wirklicher Muslim.

George W. Bush hatte schon als Gouverneur von Texas davon geträumt, seinen Namen in den Geschichtsbüchern zu lesen. "9/11" ließ er sich nicht entgehen. Noch am Abend gab er bibelfest mit Psalm 23 die Richtung vor: "Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, ich fürchte kein Unglück. Denn Du bist bei mir.' Wir schreiten voran zur Verteidigung der Freiheit und alles Guten und Gerechten auf der Welt." Obwohl keiner der Attentäter aus Afghanistan stammte, wollte er Krieg gegen dieses Land. Eine Kommandoaktion à la Abbottabad war für ihn keine Option. Mit Kommandoaktionen kommt man nicht in die Geschichtsbücher. Als die Amerikaner Kabul bombardierten, versprach er: "Wir werden nicht wanken, wir werden nicht straucheln. Frieden und Freiheit werden obsiegen." Inzwischen sind in diesem Krieg 10 000 Zivilisten und 1750 amerikanische Soldaten gestorben. Frieden und Freiheit haben nicht obsiegt. Der Westen aber wankt und strauchelt. Den Anlass zu seinem nächsten Krieg erfand George W. Bush selbst. Er behauptete, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen und Verbindungen zu Al Qaida. Vor dieser Gefahr müsse er die Welt schützen.
Auch dieser Krieg schien schnell entschieden. Unter dem Banner "Mission Accomplished" erklärte er: " Als die irakischen Zivilisten in die Gesichter unserer Soldaten blickten, sahen sie Stärke, Freundlichkeit und guten Willen. In den Bildern feiernder Iraker haben wir die zeitlose Anziehungskraft der Freiheit gesehen. Wo immer sie Einzug hält, frohlockt die Menschheit." Doch wer frohlockt heute noch im Irak? Hunderttausende irakische Zivilisten, 4500 amerikanische Soldaten haben Bushs Krieg mit ihrem Leben bezahlt. Bush hat die Werte verdüstert, für die er angeblich kämpfte. Mit Folter in Abu Ghraib, der Käfighaltung von Gefangenen in Guantánamo, dem Outsourcing von Terrorverdächtigen in Folterstaaten, dem Bombardieren afghanischer Hochzeitsfeiern sowie mit drastischen Einschränkungen der Bürgerrechte seiner eigenen Landsleute. Hat Peter Ustinov recht, wenn er sagt, Angriffskriege seien der Terrorismus der Reichen? Terror im Namen der Tugend? Ist Bush wirklich ein Christ?
In der Urteilsbegründung des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals heißt es: "Die Entfesselung eines Angriffskrieges ist das größte internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur darin unterscheidet, dass es alle Schrecken in sich vereinigt." Chefankläger Robert Jackson formulierte damals: "Nach dem Maß, mit dem wir heute die Angeklagten messen, werden wir morgen von der Geschichte gemessen." Er hat die Zivilcourage unserer Generation überschätzt.
Unsere Eliten schweigen betreten, wenn es um die juristische Einordnung der Antiterrorkriege geht. Terroristen sind immer nur die anderen. Ihr Mantra lautet: "Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist, aber jeder Terrorist Muslim." Doch auch das ist falsch. Laut Europol fanden 2010 in der EU 249 Terroranschläge statt. Nur drei hatten einen "islamistischen" Hintergrund. Die meisten Terrorakte wurden von Unabhängigkeitsgruppen wie der Eta begangen.
Selbst von der totalen Bedeutungslosigkeit Al Qaidas während der Arabellion lassen sich die Antiterrorkrieger nicht beeindrucken. Es war ja auch schwierig, nach dem Untergang der Sowjetunion wieder ein funktionierendes Feindbild zu finden. Sorgenvoll hatte Colin Powell damals geklagt, "den Vereinigten Staaten gingen die Monster aus". Bis der Massenmörder Bin Ladin kam und sich zum nützlichen Idioten von Bush junior machte. Solch ein Feindbild lässt man sich nicht einfach nehmen.
Die tabuisierte Wahrheit lautet: Usama Bin Ladin war ein Unglück für die Welt, George W. Bush auch. Wir sollten am 11. September der Opfer beider gedenken. Für ein Kind macht es keinen Unterschied, ob es von einem "islamischen" Selbstmordattentäter oder von einer "christlichen" Bombe zerfetzt wird. Ob der Täter Usama Bin Ladin heißt oder George W. Bush.
Der Autor war 18 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecher der CDU/CSU für Entwicklungspolitik und Rüstungskontrolle.

Text: F.A.Z., 10.09.2011, Nr. 211 / Seite 16

Samstag, 10. September 2011

Freitag, 9. September 2011

Wenn ich sterben muss...

...The thing I would fear the most is dying from cancer, alone. So I would want a physician who knows the difference between the things he can do and the things he would recommend that I do. I would want a physician to look me straight in the eye and say she believes it is time to prepare to die with as much comfort and dignity as possible. I would want a physician who would share my grief, my frustration, and my disbelief. I like to think that, if I were dying, I would seek a legacy of peace and not a prolonged struggle. That is why, more than just expert, I want an oncologist I can trust to seek the truth with me and my family and to remain fully present as my life is ending.

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Dienstag, 6. September 2011

Montag, 5. September 2011

Wer hätte das gedacht?

BMJ raises concern over the "powerful sway" of industry ahead of UN health summit
(Feature: Will industry influence derail UN summit?)
http://www.bmj.com/cgi/doi/10.1136/bmj.d5328
(Commentary: UN high level meeting on non-communicable diseases: an opportunity for whom?)
http://www.bmj.com/cgi/doi/10.1136/bmj.d5336
Today the BMJ raises serious concerns about the "powerful sway" of tobacco, alcohol, food and drug industries as international governments prepare to agree global targets to cut avoidable deaths from chronic diseases.
In September, world leaders will meet at the United Nations in New York for a high level summit on non-communicable diseases (NCDs).
The meeting will focus on four conditions - heart disease, cancer, diabetes, and respiratory diseases - that together cause more than half of all deaths in low and middle income countries, yet account for less than 3% of global health aid.
They also share common risk factors - tobacco use, unhealthy diet, lack of physical activity and abuse of alcohol - making them largely preventable.
Hopes are high that the meeting will mark a turning point in tackling these diseases, but in a special report published today, BMJ investigations editor, Deborah Cohen asks: could commercial interests undermine any commitments made at this crucial meeting?
For many, the evidence is clear - there needs to be a reduction in exposure to the risk factors - but negotiations appear to be stalling, writes Cohen.
Heavily annotated draft documents have been circulating among the various member states for many months. Each change is marked with the names of the countries, flagging up where the fracture lines are. The latest version - dated 5 August - is being kept under wraps. The BMJ has, however, seen a copy.
An NCD Alliance meeting this month suggested that "member states are deeply divided on key issues." Of particular concern, they say, are the "actions of the US, Canada and the European Union to block proposals for the inclusion of an overarching goal: to cut preventable deaths from non-communicable diseases by 25% by 2025."
Many organisations are also worried that industry interests might be undermining action to prevent and treat NCDs.
A key sticking point is the call for "partnerships" in current draft documents. Some believe this is the wrong strategy and argue that legislation is needed, rather than simply a "voluntary" code that is unlikely to hold industry to account.
Indeed, draft documents show that effective, evidence-based measures on alcohol (controlling price, availability and marketing) are being deleted, and industry favoured measures (partnership working, community actions and health promotion) being substituted. Even commitments to tackling tobacco are being watered down, with Japan, the EU, US and Canada resisting all language on taxation.
WHO Director General, Dr Margaret Chan, has warned that many threats to health come from powerful corporations, driven by commercial interests.
Bill Jeffery from International Association of Consumer Food Organisations, says that the UN and WHO need to put up firewalls between their policy-making processes and the alcohol and food companies "whose products stoke chronic diseases" and the drug and medical technology companies "whose fortunes rise with every diagnosed case."
This view is supported in an accompanying commentary by David Stuckler and colleagues, who argue that "much of the NCD agenda is being written by powerful vested interests."
They point out that, at a preparatory meeting in New York, representatives of the United States and Europe - with key Western allies - blocked consensus on NCD action after lobbying from the alcohol, food, tobacco and pharmaceutical industries.
Should the industries that profit on disease-causing products be viewed as trusted partners and have a seat at the table during public health negotiations, they ask?
The UN high level meeting on NCDs "is a battleground, pitting public interests against powerful private ones," they conclude. "Whether the meeting encourages the emergence of a global social movement for change will shape the future of our health for years to come."
Contact:
David Stuckler, University Lecturer in Sociology, Department of Sociology, University of Cambridge, UK
Email: ds450@cam.ac.uk

Schokolade hilft oder auch nicht...

Research: Chocolate consumption and cardiometabolic disorders: systematic review and meta-analysis) http://www.bmj.com/cgi/doi/10.1136/bmj.d4488
High levels of chocolate consumption might be associated with a one third reduction in the risk of developing heart disease, finds a study published on bmj.com today.
The findings confirm results of existing studies that generally agree on a potential beneficial link between chocolate consumption and heart health. However, the authors stress that further studies are needed to test whether chocolate actually causes this reduction or if it can be explained by some other unmeasured (confounding) factor.
The findings will be presented at the European Society of Cardiology Congress in Paris at 10:10 hrs (Paris time) / 09:10 hrs (UK time) on Monday 29 August 2011.
The World Health Organisation predicts that by 2030, nearly 23.6 million people will die from heart disease. However, lifestyle and diet are key factors in preventing heart disease, says the paper.
A number of recent studies have shown that eating chocolate has a positive influence on human health due to its antioxidant and anti-inflammatory properties. This includes reducing blood pressure and improving insulin sensitivity (a stage in the development of diabetes).
However, the evidence about how eating chocolate affects your heart still remains unclear. So, Dr Oscar Franco and colleagues from the University of Cambridge carried out a large scale review of the existing evidence to evaluate the effects of eating chocolate on cardiovascular events like heart attack and stroke.
They analysed the results of seven studies, involving over 100,000 participants with and without existing heart disease. For each study, they compared the group with the highest chocolate consumption against the group with the lowest consumption. Differences in study design and quality were also taken into account to minimise bias.
Five studies reported a beneficial link between higher levels of chocolate consumption and the risk of cardiovascular events. They found that the "highest levels of chocolate consumption were associated with a 37% reduction in cardiovascular disease and a 29% reduction in stroke compared with lowest levels." No significant reduction was found in relation to heart failure.
The studies did not differentiate between dark or milk chocolate and included consumption of chocolate bars, drinks, biscuits and desserts.
The authors say the findings need to be interpreted with caution, in particular because commercially available chocolate is very calorific (around 500 calories for every 100 grams) and eating too much of it could lead to weight gain, risk of diabetes and heart disease.
However, they conclude that given the health benefits of eating chocolate, initiatives to reduce the current fat and sugar content in most chocolate products should be explored.
Contact:
Oscar H Franco, Department of Public Heath and Primary Care, University of Cambridge, UK
Email: ohf22@medschl.cam.ac.uk

Den Tod voraussagen...

New score can tell doctors how long cancer patients have left to live
(Research: Development of Prognosis in Palliative care Study (PIPS) predictor models to improve prognostication in advanced cancer: prospective cohort study)
http://www.bmj.com/cgi/doi/10.1136/bmj.d4920
(Editorial: Predicting and communicating prognosis in palliative care)
http://www.bmj.com/cgi/doi/10.1136/bmj.d5171
A new scoring system can more reliably predict whether patients with advanced cancer are likely to survive for "days", "weeks" or "months" finds a study published on bmj.com today.
Patients with advanced cancer and their carers often wish to know how long they have left to live. This information is also important for clinicians to help them plan appropriate care. Clinician predictions of survival are the mainstay of current practice, but are unreliable, over-optimistic and subjective.
So a team of researchers, led by Dr Paddy Stone at St George's, University of London, set out to develop a scoring system for use in patients with advanced cancer in different care settings that was as good, or better, than clinicians' best predictions.
The study involved 1,018 patients with advanced incurable cancer, no longer receiving treatment, and recently referred to palliative care services across the UK.
Using a combination of clinical and laboratory variables known to predict survival, the team created two prognostic scores (PiPS-A and PiPS-B) to predict whether patients were likely to survive for "days" (0-13 days), "weeks" (14-55 days) or "months" (more than 55 days) compared with actual survival and clinicians' predictions.
Factors that could have affected the results, such as age, gender, ethnicity, diagnosis, and extent of disease, were taken into account.
Both scores were at least as accurate as a clinician's estimate. PiPS-B (which required a blood test) was significantly better than an individual doctor's or nurse's prediction, but neither scale was significantly more accurate than a multi-professional estimate of survival.
This is the first study to benchmark a prognostic scoring system against current best practice, say the authors. However, further validation work is needed before the scales can be recommended for use in routine clinical practice, they conclude.
In an accompanying editorial, Paul Glare from the Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York believes that prognosis "needs to be restored as a core clinical skill, to optimise the patient's treatment and planning."
He says that prognostic tools can help, but should not be applied blindly, and he points out that "communicating the prediction to the patient is as important as forecasting it."
Contacts:
Research: Paddy Stone, Reader in Palliative Medicine, Division of Population, Health Sciences and Education, St George's, University of London, UK
Email: pstone@sgul.ac.uk
Editorial: Paul Glare, Chief, Pain and Palliative Care Service, Department of Medicine, Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, USA
Email: glarep@mskcc.org

Sonntag, 4. September 2011

Marktliberale Gehirnwäsche

...Der Bürger, der die Politiker für ihren Verrat an seinen Interessen bestrafen möchte, fände keine Partei im demokratischen Spektrum, die bereit wäre, sein Interesse gegen die Wirtschaft durchzusetzen. Er könnte in Deutschland die SPD gegen die CDU oder die CDU gegen die SPD oder beide gegen die Grünen auswechseln, ohne dass sich am Katzbuckeln vor dem Kapital etwas ändern würde. Der Grund ist einfach: Das Kapital, dem Regulierung bevorsteht, würde um den Globus weiterziehen, unter Mitnahme von Wohlstand und Arbeitsplätzen. Die Drohung mit Arbeitsplatzverlusten, aber auch die Finanzkraft, ganze Staaten in den Abgrund zu spekulieren, verleihen dem Kapital eine politische Macht, die bei Weitem bedrohlicher ist als alles, was eine feintuerische Kapitalismuskritik über Entfremdung und andere seelische Fernwirkungen formuliert hat.


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Vom Fußball lernen

Von Winand von Petersdorff

Während der revolutionäre Eifer der arbeitslosen Massen in Italien und in Spanien gemildert scheint durch Sonne, belebende Getränke und eine behütende Familie, die auch eine Zeit mit wenig Geld erträglich sein lässt, testeten in beiden Ländern ausgerechnet jene den Arbeitskampf, denen man unterstellen darf: Die Verdammten dieser Erde sind sie nicht. Die Profifußballer haben gestreikt. Sie stehen im dringenden Verdacht, zur finanziellen Oberschicht zu gehören. Doch viele von ihnen warten seit Wochen oder gar Monaten auf Bezahlung.


Viele ihrer Arbeitgeber, die Proficlubs in den Peripherieländern sind insolvent. Die Vereine schulden nicht nur ihren Spielern Geld. Sie stehen beim Staat, bei Krankenversicherungen und bei Banken mit gewaltigen Summen in der Kreide, die bei normalen Unternehmen niemals toleriert würden. Diesen würde der Hahn abgedreht, sie verschwänden schlicht und einfach, während die Vereine weiter munter undiszipliniert arbeiten und sogar neue Millioneneinkäufe tätigen dürfen, gelegentlich auch zu Lasten solide wirtschaftender Vereine. Tatsächlich ist vermutlich noch nie ein Profi-Fußballclub wegen Zahlungsunfähigkeit dauerhaft von der Bildfläche verschwunden.
Das Phänomen gibt es übrigens in ganz Europa und nicht nur in südeuropäischen Randstaaten: Bevor ein Traditionsname verschwindet, findet auch die deutsche Politik noch einen Weg, etwa indem sie öffentliche Unternehmen als Finanziers zwangsverpflichtet oder die Augen verschließt, wenn die Clubs Stadionmiete und andere Abgaben schuldig bleiben.
Der Grund für die nahezu unbegrenzte Toleranz gegenüber Sport-Missmanagement und mieser Zahlungsmoral ist die unglaubliche Beliebtheit, die der Fußball inzwischen erfährt. Wenn auch die Clubs keine volkswirtschaftlich fatalen Dominoeffekte auslösen bei ihrem Untergang, eine Pleite wäre noch nicht einmal eine Randn0tiz in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Aber niemand will schuld sein am Stich, der der Fußballanhängerschaft ins Herz fährt, raubt man ihr das Objekt der Leidenschaft.
Das wissen die Manager und Präsidenten dieser Vereine: Sie verfügen über großes Erpressungspotential, darin gleichen sie Banken. Ihre Systemrelevanz ist allerdings eine emotionale, was man bei Geldinstituten nicht unbedingt vermuten muss. Wenn also letztlich überall der Steuerzahler die schützende Hand über traditionsreiche Clubs hält, ist aber doch die Bereitschaft, institutionelle Arrangement zu verletzen, in Italien und Spanien stärker ausgeprägt als in nordeuropäischen Ländern. In Deutschland sorgt ein Lizenzierungsverfahren dafür, dass jeder Club seine Finanzen wenigstens einigermaßen in Ordnung halten muss. Wer die Auflagen nicht einhält, darf nicht mitspielen.
Allerdings bilden die nationalen wie auch die europäischen Clubs eine Art Schicksalsgemeinschaft. Die Vereine brauchen einander, um der Kundschaft jenes Produkt liefern zu können, das sie glücklich macht: das Spiel.
Damit das Produkt weiter geliefert werden kann, hat die Uefa jetzt ein Reglement ("financial fairplay") auf die Beine gestellt, welches die Vereine zu einer disziplinierten Haushaltsführung zwingt und Sonderzuwendungen von Scheichs oder dem Fiskus in Zukunft deutlich erschwert. Bei gravierender Pflichtverletzung können Vereine sogar von den lukrativen Wettbewerben ausgeschlossen werden.
Das kann ziemlich hart werden, besonders für wirtschaftlich unsolide Clubs. Und natürlich machen sich einige Sportmanager schon Gedanken, wie sie die Regel umgehen können. Ein Gedanke ist aber nicht aufgekommen: der einer europäischen Transferunion; der Gedanke, ein reicher deutscher Club könnte einen finanzschwachen Wettbewerber aus dem Süden finanzieren, um das System am Laufen zu halten.

Proficlubs haben emotionale 
Systemrelevanz. Deshalb hält man die Pleitiers am Leben.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.09.2011, Nr. 35 / Seite 32

Freitag, 2. September 2011

Die Macht liegt immer woanders...

Zehn Prozent der Haushalte mit den höchsten Einnahmen haben inzwischen elfmal so viel Geld wie die zehn Prozent am unteren Ende der Gesellschaftsskala. Drastischer gesagt: Zehn Prozent der Deutschen verfügen über 56 Prozent des privaten Eigentums. Fast die Hälfte der Bevölkerung besitzt indes nur über zwei Prozent der Vermögenswerte. Inflationsbereinigt stagniert das deutsche Durchschnittseinkommen der Mittelschicht seit fast drei Jahrzehnten. In Frankreich und im restlichen Westeuropa stiegen die Nettoeinkommen hingegen Jahr für Jahr.


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Donnerstag, 1. September 2011

Der Zeitenwechsel kommt...


Auf den Finanzmärkten häufen sich die Hiobsbotschaften. Staaten befinden sich in einem Abwärtsstrudel. Das Haltbarkeitsdatum politischer Entscheidungen wird kürzer. Die Nervosität von Gesellschaften und Märkten wächst.
Kein Wunder. Bonitätsverlust der USA, weltweiter Absturz an den Börsen, folgenlose Telefonkonferenzen von Regierungsvertretern und friedliche Massendemonstrationen vornehmlich Jugendlicher bis hin zu blindwütigen Gewaltexzessen in einigen Ländern westlicher Prägung: All das sind Zeichen an der Wand, dass mehr im Gange ist als eine herkömmliche Krise.