Sonntag, 23. Juni 2019

Kosmos


Wer umschließt Vielfalt und ist Natur,
Wer ist die Spanne der Erde und die Rauheit und die Sexualität der Erde, und die Milde der Erde und das Gleichgewicht,
Wer hat nicht vergebens aus den Augenfenstern gesehen, wessen Hirn hielt nicht vergebens Audienz mit Botschaftern,
Wer umfasst Gläubige und Ungläubige, wer ist der herrlichsteLiebende,
Wer hält sein oder ihr rechtes dreieiniges Maß an Realismus, Spiritualität und Ästhetik oder Intellekt,
Wer fand nach Betrachtung des Leibes all seine Organe und Glieder gut,
Wer begreift, aus der Theorie der Erde und aus seinem oder ihrem Leib, durch sinnfällige Analogien alle anderen Theorien,
Die Theorie einer Stadt, eines Gedichts oder der Politik dieser Staaten;
Wer glaubt nicht nur an unseren Erdball mit seiner Sonne und seinem Mond, sondern an andere Globen mit ihren Sonnen und Monden,
Wer, der sein oder ihr Haus konstruiert, sieht nicht bloß für heute, sondern für alle Tage die Rassen,  Epochen, Daten, Generationen,
Die Vergangenheit, die Zukunft, die hier wohnen wie der Raum, untrennbar beisammen.
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Brôcan
***
Who includes diversity and is Nature,
Who is the amplitude of the earth, and the coarseness and sexuality of the earth, and the great charity of the earth and the equilibrium also,
Who has not look’d forth from the windows the eyes for nothing, or whose brain held audience with messengers for nothing,
Who contains believers and disbelievers, who is the most majestic lover,
Who holds duly his or her triune proportion of realism, spiritualism, and of the æsthetic or intellectual,
Who having consider’d the body finds all its organs and parts good,
Who, out of the theory of the earth and of his or her body understands by subtle analogies all other theories,
The theory of a city, a poem, and of the large politics of these States;
Who believes not only in our globe with its sun and moon, but in other globes with their suns and moons,
Who, constructing the house of himself or herself, not for a day but for all time, sees races, eras, dates, generations,
The past, the future, dwelling there, like space, inseparable together.

Walt Whitman

Dienstag, 11. Juni 2019

Wie vor Jahr und Tag - Ich liebe Dich

Wie vor Jahr und Tag, liebe ich Dich doch,
Vielleicht weiser nur und bewußter noch,
Und noch immerfort ist ein Tag ohne Dich
Ein verlor‘ner Tag, verlor‘ne Zeit für mich.
Wie vor Jahr und Tag ist noch immerfort
Das Glück und Dein Name dasselbe Wort.
Allein, was sich geändert haben mag,
Ich lieb‘ Dich noch mehr als vor Jahr und Tag.
Mit wieviel Hoffnungen hat alles angefangen,
Wieviel Erwartung auf dem Weg, der vor uns lag.
Wir sind seitdem manch‘ Stück darauf gegangen,
Und doch ist er für mich neu wie vor Jahr und Tag.
Ich zähl‘ die Jahre, die seitdem verstrichen,
Schon lange nicht mehr an den Fingern einer Hand,
Und doch ist nichts von Deinem Bild verblichen,
Vermiß‘ ich nichts, was ich liebenswert daran fand.
Ich habe tausendmal versucht, Dich zu erlernen,
So, wie man aus einem Buch lernen kann, ich Tor.
Und sah mit jeder Lektion sich mein Ziel entfernen,
Und heute weiß ich weniger noch als zuvor.
Ich habe tausendmal versucht, vorauszusehen,
Wie Du wohl handeln würdest, aber jedesmal,
Wenn ich schon glaubte, alles an Dir zu verstehen,
Erschien es mir, als säh‘ ich Dich zum ersten Mal.
Lachen und Weinen sind in jener Zeit verklungen,
Die in Siebenmeilen-Stiefeln an uns vorübereilt,
Und von den besten all meiner Erinnerungen
Hab‘ ich die schönsten, meine Freundin, wohl mit Dir geteilt.
Nein, keine Stunde gibt‘s, die ich bereute,
Und mir bleibt nur als Trost dafür, daß keine wiederkehrt:
Viel mehr als gestern liebe ich Dich heute,
Doch weniger, als ich Dich morgen lieben werd‘.
Reinhard Mey

Freitag, 12. April 2019

Second victim

Elsewhere in this week’s journal, Melissa Clarkson and colleagues make a strong case for abandoning the term “second victim” when it refers to doctors involved in medical error (doi:10.1136/bmj.l1233), as they find that it promotes a mindset that is incompatible with patient safety and accountability. They say that many physicians are also uncomfortable with the term.
“There is a seductiveness to labelling yourself as a victim,” argue the authors. “Victims bear no responsibility for causing the injurious event and no accountability for addressing it . . . We know who the actual victims of medical errors are because we arranged their funerals and buried them.”
Follow BMJ Editor Fiona Godlee on Twitter @fgodlee and the BMJ @bmj_latest

Samstag, 6. April 2019

Burnout bei Chirurgen

Job stressors faced by surgeons in Germany are no longer acceptable

Undiagnosed burnout and depression is widespread within surgical communities in developed countries. [1, 2] Adequate working conditions—including appropriate workload, satisfactory workplace organisation, and sufficient illness recovery opportunity—are crucial to ensuring the delivery of high quality care, but job stressors, insufficient resource, and the deteriorating mental health of surgeons in Germany are still going unnoticed. [3] Such adverse workplace conditions are not only major risk factors for individual health impairment, but also contribute to error rates and medical malpractice; the situation is no longer acceptable.

Sonntag, 17. März 2019

More than just a kiss

Die Leica Galerie Frankfurt präsentiert die überhaupt erste Ausstellung des Fotografen Régis Bossu, der die letzten Jahre sein Archiv systematisch und mit viel Herzblut aufgearbeitet hat. Die Bilder laden Sie zu einer Reise zwischen bedeutenden politischen Ereignissen und verträumten, zum Schmunzeln anregenden visuellen Begegnungen ein.
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Donnerstag, 14. März 2019

Naturführer

Offene Naturführer (ON) sammelt Naturführer, Bestimmungshilfen, Lehr- und Lernmaterialien zur Artenvielfalt, um diese möglichst vielen Menschen (für Freizeit, Naturschutz, Führungen, eigenständiges und angeleitetes Lernen) zur Verfügung zu stellen.
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Samstag, 2. März 2019

MANIFEST

Wir, europäische Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichem Hintergrund und aus unterschiedlichen Ländern, starten heute diesen Appell für eine tiefgreifende Umgestaltung der europäischen Politik und ihrer Institutionen. Dieses Manifest enthält konkrete Vorschläge – insbesondere ein Projekt für einen Demokratisierungsvertrag und ein Projekt für einen europäischen Haushalt – die von Ländern, die dies wünschen, ohne Änderungen angenommen und angewendet werden können, ohne dass die Länder, die in dieser Weise vorangehen möchten, von einzelnen Mitgliedstaaten daran gehindert werden können. Das Manifest kann online von allen europäischen Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet werden, die sich damit identifizieren. Es kann von jeder politischen Bewegung geändert und verbessert werden.

Montag, 25. Februar 2019

Medical Nemesis

Seamus O’Mahony, a gastroenterologist from Cork, has written the most devastating critique of modern medicine since Ivan Illich in Medical Nemesis in 1975. O’Mahony cites Illich and argues that many of his warnings of the medicalisation of life and death; runaway costs; ever declining value; patients reduced to consumers; growing empires of doctors, other health workers, and researchers; and the industrialisation of healthcare have come true. There is a widespread feeling that medicine has lost its way, and Can Medicine Be Cured? The Corruption of Medicine, which has been published this monthdescribes the loss. The book is as readable as O’Mahony’s last book The Way We Die Now, and the book provides a strange cocktail of pleasure and despair.
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Donnerstag, 31. Januar 2019

Büchertisch


  1. Verfolgte/Verfolger von August Sander, Steidl
  2. Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus von Shoshana Zuboff, Campus
  3. Deutschland - Eine Reise durch die Zeit von Berhold Steinhilber, Frederking & Thaler
  4. Lost - Menschen an den Rändern der Welt von Markus Mauthe, Knesebeck
  5. Magnum China von Colin Pantall und Zheng Ziyu, Schirmer/Mosel
  6. Still (Noon) von Shane Lavalette, Edition Patrick Frey
  7. Wildes Land von Peter und Beverly Pickford, Prestel
  8. The Grand Tour. Das goldene Zeitalter des Reisens von Marc Walter und Sabine Arqué, Taschen
  9. Steinheuer - Unsere Wurzeln von Hans Stefan Steinheuer, Tre Torri
  10. Abenteuer Anden und Amazonas. Wilhelm Reiß' Südamerika-Expedition in historischen Fotografien, Reiss-Engelhorn Museeum Mannheim
  11. Alle Welt - Das Landkartenbuch von Aleksandra und Daniel Mizielinski, Moritz
  12. Afrika wird armregiert oder wie man Afrika wirklich helfen kann von Volker Seitz, dtv
  13. Pogrom 1938. Das Gesicht in der Menge von Michael Ruetz und Astrid Köppe, Nimbus

Sonntag, 6. Januar 2019

Büchertisch


  1. Deutschland ist gerechter, als wir meinen von Georg Cremer, CH Beck
  2. Gestrandet von A Betts und P Collier, Siedler
  3. Die große Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Gereiztheit von Bernhard Pörksen, Hanser
  4. Americanah von Chimamanda Ngozi Adichi, Harper Collins Publ.
  5. Zen Mind, Beginner's Mind von Shunryu Suzuki, Shambhala
  6. This is not an atlas; A global collection of counter-cartographies von kollektiv orangotango+ 
  7. Das Gesicht in der Menge von Michael Ruetz und Astrid Köppe, Nimbus
  8. Das Wesen der Pflanze, Botanische Skizzenbücher aus sechs Jahrhunderten von Helen Bynum und William Bynum, Haupt
  9. Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden von Harald Welzer
  10. Die 68er-Bewegung. Eine Chronik von Wolfgang Kraushaar, Klett-Cotta
  11. Revolution! Revolution? Hamburg 1918/19 von ORtwin Pel, Wachholtz
  12. Heimat. Ein deutsches Familienalbum von Nora Krug, Penguin
  13. Von Zeit und Macht von Christopher Clark, DVA
  14. Gegen Judenhass von Oliver Polak, Suhrkamp
  15. Altstadtrundgang München von Gilbert Schmid und Gabriele Schierz, Haag+Herchen
  16. Fahrrad fahren an Flüssen in Franken von ars vivendi
  17. System Error - Wie endet der Kapitalismus? Eurovideo, Florian Opitz
  18. Shoah und Folgefilme von Claude Lanzmann
  19. Fahrraddiebe, Alive AG, Vittorio de Sica
  20. Das jüdische Kochbuch aus Hamburg von Gabriela Fenyes und co, Dölling und Gallitz


Mittwoch, 2. Januar 2019

Do Hospitals Still Make Sense? The Case for Decentralization of Health Care

From their humble origins as charitable almshouses for the poor and destitute who could not afford to receive care at home, hospitals have evolved into large, profitable, expensive, technology-laden institutions at the epicenter of the health care universe. Almost every community has at least one general centralized hospital, and most have more than one — with those that don’t being considered “underserved” or “frontier” communities, and with the hospitals in such communities sometimes receiving the designation of “critical access.” But health care is changing. The exponential growth of digital and virtual health, the deployment of advanced technology deeper into the community, and the movement of higher-acuity care into the outpatient environment create opportunities to shift from a large, centralized health care system to a smaller, faster, more cost-effective one in which health care is more accessible, more affordable, more personal, and closer to home.
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