Mittwoch, 14. August 2019

Büchertisch


  1. Leaves of Grass von Walt Whitman, erstmals vollständig übersetzt von Jürgen Brôcan. Carl Hanser Verlag, München 2009
  2. House of God 
  3. Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden von Harald Welzer
  4. Achterbahn. Europa 1950 bis heute von Ian Kershaw, Kunstmann
  5. Trauer und Licht von Maike Albath, Berenberg
  6. Die Abenteuer des Alexander von Humboldt, C Bertelsmann 
  7. America. Sämtliche Tafeln 1590 bis 1602 von Theodor de Bry, Taschen
  8. Durch den Süden Frankreichs - Literatur Kunst Kulinarik von Manfred Hamemrs, Nimbus
  9. Gaston Paris - Die unersättliche Kamera, Buchhandlung Walther Könib 
  10. Küstenwanderung in der Bretagne - Entdeckungstouren auf dem Zöllnerpfad von Dagmar Beckmann, Rotpunktverlag
  11. Berlin Mai 1945 von Thomas Gust, Buchkunst
  12. 1870/71. Die Geschichte des Deutsch-Französichen Krieges erzählt in Einzelschicksalen von Tobias Arand, Osburg  Napoleons Soldaten. Alltag in der Grande Armee von Karl Mayer

The House of God at 40: The Characters Speak

On December 6, 2018, NYU Langone Health hosted a series of panel discussions to honor the 40th anniversary of the publication of the novel The House of God, written by faculty member Stephen Bergman (pen name Samuel Shem). In this panel, Bergman’s classmates from the Beth Israel Hospital internship class of 1973-1974, on whom the book’s characters were based, joined to discuss the stories and events behind the novel and what the book has meant to them.
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Sonntag, 23. Juni 2019

Kosmos


Wer umschließt Vielfalt und ist Natur,
Wer ist die Spanne der Erde und die Rauheit und die Sexualität der Erde, und die Milde der Erde und das Gleichgewicht,
Wer hat nicht vergebens aus den Augenfenstern gesehen, wessen Hirn hielt nicht vergebens Audienz mit Botschaftern,
Wer umfasst Gläubige und Ungläubige, wer ist der herrlichsteLiebende,
Wer hält sein oder ihr rechtes dreieiniges Maß an Realismus, Spiritualität und Ästhetik oder Intellekt,
Wer fand nach Betrachtung des Leibes all seine Organe und Glieder gut,
Wer begreift, aus der Theorie der Erde und aus seinem oder ihrem Leib, durch sinnfällige Analogien alle anderen Theorien,
Die Theorie einer Stadt, eines Gedichts oder der Politik dieser Staaten;
Wer glaubt nicht nur an unseren Erdball mit seiner Sonne und seinem Mond, sondern an andere Globen mit ihren Sonnen und Monden,
Wer, der sein oder ihr Haus konstruiert, sieht nicht bloß für heute, sondern für alle Tage die Rassen,  Epochen, Daten, Generationen,
Die Vergangenheit, die Zukunft, die hier wohnen wie der Raum, untrennbar beisammen.
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Brôcan
***
Who includes diversity and is Nature,
Who is the amplitude of the earth, and the coarseness and sexuality of the earth, and the great charity of the earth and the equilibrium also,
Who has not look’d forth from the windows the eyes for nothing, or whose brain held audience with messengers for nothing,
Who contains believers and disbelievers, who is the most majestic lover,
Who holds duly his or her triune proportion of realism, spiritualism, and of the æsthetic or intellectual,
Who having consider’d the body finds all its organs and parts good,
Who, out of the theory of the earth and of his or her body understands by subtle analogies all other theories,
The theory of a city, a poem, and of the large politics of these States;
Who believes not only in our globe with its sun and moon, but in other globes with their suns and moons,
Who, constructing the house of himself or herself, not for a day but for all time, sees races, eras, dates, generations,
The past, the future, dwelling there, like space, inseparable together.

Walt Whitman

Dienstag, 11. Juni 2019

Wie vor Jahr und Tag - Ich liebe Dich

Wie vor Jahr und Tag, liebe ich Dich doch,
Vielleicht weiser nur und bewußter noch,
Und noch immerfort ist ein Tag ohne Dich
Ein verlor‘ner Tag, verlor‘ne Zeit für mich.
Wie vor Jahr und Tag ist noch immerfort
Das Glück und Dein Name dasselbe Wort.
Allein, was sich geändert haben mag,
Ich lieb‘ Dich noch mehr als vor Jahr und Tag.
Mit wieviel Hoffnungen hat alles angefangen,
Wieviel Erwartung auf dem Weg, der vor uns lag.
Wir sind seitdem manch‘ Stück darauf gegangen,
Und doch ist er für mich neu wie vor Jahr und Tag.
Ich zähl‘ die Jahre, die seitdem verstrichen,
Schon lange nicht mehr an den Fingern einer Hand,
Und doch ist nichts von Deinem Bild verblichen,
Vermiß‘ ich nichts, was ich liebenswert daran fand.
Ich habe tausendmal versucht, Dich zu erlernen,
So, wie man aus einem Buch lernen kann, ich Tor.
Und sah mit jeder Lektion sich mein Ziel entfernen,
Und heute weiß ich weniger noch als zuvor.
Ich habe tausendmal versucht, vorauszusehen,
Wie Du wohl handeln würdest, aber jedesmal,
Wenn ich schon glaubte, alles an Dir zu verstehen,
Erschien es mir, als säh‘ ich Dich zum ersten Mal.
Lachen und Weinen sind in jener Zeit verklungen,
Die in Siebenmeilen-Stiefeln an uns vorübereilt,
Und von den besten all meiner Erinnerungen
Hab‘ ich die schönsten, meine Freundin, wohl mit Dir geteilt.
Nein, keine Stunde gibt‘s, die ich bereute,
Und mir bleibt nur als Trost dafür, daß keine wiederkehrt:
Viel mehr als gestern liebe ich Dich heute,
Doch weniger, als ich Dich morgen lieben werd‘.
Reinhard Mey